Ideen und Strategien - Mitarbeiterrecruiting Hotellerie und Gastronomie

Ideen und Strategien - Mitarbeiterrecruiting Hotellerie und Gastronomie

Früher musste ein Job vor allem gut bezahlt sein. Heute müssen Hoteliers weit mehr bieten, um Leistungsträger zu halten. Immer mehr innovative Hoteliers setzen deshalb auf individuelle Mitarbeiterkonzepte. Warum? Die Welt verändert sich ständig und damit verändern sich auch die Menschen, ihre Bedürfnisse, ihre Werte und Ziele.

Der demografische Wandel und die sich in den Ruhestand verabschiedende Babyboomer-Generation werfen ihre Schatten. Die Konkurrenz im Mitarbeiterrecruiting verschärft sich massiv. Wir alle merken das in unserer täglichen Arbeit. Vor allem aber bekommen wir es mit einer neuen Generation nachrückender Young Professionals zu tun, die auch in die Führungsebenen vordringen.
Die nach 1980 Geborenen, der sogenannten Generation Y, wollen anders arbeiten, sie wollen anders geführt werden – und sie werden auch selbst in Zukunft anders führen. Wer für die Generation Y attraktiv sein möchte, muss sich auf neue Sichtweisen, verändertes Leistungsdenken, neue Motivationsmechanismen und vieles mehr einstellen. Ihr Job ist für sie Teil ihrer Persönlichkeit.

Auch wir Hoteliers werden und müssen uns mit dem Thema beschäftigen...Denn wenn wir das nicht tun, werden wir nicht mangels Gäste sondern mangels Mitarbeiter ganze Abteilungen, ja auch Hotels und Restaurants schließen. Als Berater muss ich mich gar nicht groß mit Zahlen beschäftigen, sondern zwei bis drei Bewertungsplattformen lesen und schon kann ich ableiten, ob hier das Thema Mitarbeiterentwicklung Thema in der Unternehmensführung ist.
Früher war ein Chef leicht zu erkennen: Er hatte das größte Büro, die lauteste Stimme und entschied, wo es langgeht. Doch die Tage des autoritären Hoteliers, Restaurantleiters, Küchenchef usw. sind vorbei. Die Arbeitswelt hat sich fundamental verändert.
Die Dienstleistungsqualität eines Hotels, Restaurant ist nicht mehr mit Hunderten von Prozessbeschreibungen erreichbar, sondern

es geht um authentische Dienstleistungsqualität und um die Unternehmensphilosophie.

Diese ist in maximal in zwei Sätzen definiert: Je stärker die Formalisierung (wenn ich probiere, alles zu kontrollieren - was ich ja mit diesen ganzen Vorgaben machen will), erreiche ich das, vor dem ich am meisten Angst habe...Das total demotivierte Team und das kann sehr gut in den Bewertungsportalen abgelesen werden.

SO GEHT MITARBEITERRECRUITING IN DER HOTELLERIE UND GASTRONOMIE HEUTE:

Mitarbeiterführung, Mitarbeiterbindung, Mitarbeiterrecruiting und –motivation heißt: Abschied von Hierarchie und Befehlsgewalt. Die neuen Chefs müssen Gestaltungsräume für Wissens- und Dienstleistungsproduktivität eröffnen.
Daher werden wir Hoteliers verstärkt, neben fachlichen und betriebswirtschaftlichen Zielen, auch unsere eigenen sozialen Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Selbstmanagement, Führung und Leadership weiterbilden. Dazu gehören auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Fähigkeit sich mit Veränderung der neuen Sichtweisen, verändertem Leistungsdenken, neuen Motivationsmechanismen und vielem mehr der Ypsilaner auseinander zu setzen und ins eigene Unternehmen zu transferieren. Wer für die Ypsilaner attraktiv sein möchte, muss sich darauf und vieles mehr einstellen. Auch neue Arbeitszeitmodelle werden daraus abgeleitet.
Zeit ist unsere wichtigste Ressource, sowohl in der Arbeitswelt als auch im Privatleben. Daher sollte diese den Bedürfnissen und Prioritäten des Einzelnen entsprechend angepasst und eingeteilt werden. Gerade der jüngeren Generation Y sind flexible Arbeitszeiten, eine ausgewogene Work-Life-Balance und familienfreundliche Arbeitsmodelle wichtiger denn je.
Unser Thema heißt eben nicht nur „Teilzeit“, sondern wir benötigen einen ganzen Baukasten an Instrumenten für die zukünftige Arbeitszeitkultur und Arbeitszeitmodelle in der Hotellerie und Gastronomie.
Klarer Schwerpunkt ist, den Spagat zwischen Kindergarten, zu pflegenden Angehörigen und dem Job zu erleichtern: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist längst nicht mehr allein Frauensache. Immer mehr Männer engagieren sich mittlerweile familiär." Gerade hat ein Sternerestaurant in der Eifel für 1 Monat Zwangsurlaub eingelegt. Warum? Der Küchenchef und Sternekoch nehmen für ein Monat Vaterschaftsurlaub.

Gefragt sind Chefs, die wie Eltern sind und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter in der Hotellerie und Gastronomie eingehen!

Was erwarten die Neuen, die Ypsilaner, von ihren Chefs in der Hotellerie und Gastronomie?

  • Aufmerksamkeit
  • Fürsorge
  • Mitsprache
  • ständiges Feedback
  • Abwechslung
  • Freiheit

Was noch?
Sie wollen richtig machen, was ihre Väter falsch gemacht haben: „Die hatten nie Zeit für die Familie und haben heute Burnout, …“

Paradigmenwechsel in der Arbeitszeitgestaltung im Gastgewerbe

Ich bin fest davon überzeugt, dass es genau hier zu einem weiteren Paradigmenwechsel kommen muss, will ein Hotel weiterhin eine hohe Dienstleistungsqualität bieten.
Warum soll es 2016 nicht absolute Norm sein, dass sich zwei Personen einen Job teilen? Warum sollte zum Beispiel ein junger Restaurantleiter und Vater nicht die Möglichkeit erhalten, seine Arbeitszeiten flexibel an den Stundenplan anzupassen? Warum sollte eine pfiffige Assistentin Teile ihrer Arbeit nicht von ihrem Laptop von zu Hause aus verrichten können?
Fest steht doch: motivierter, vital, produktiv und engagiert ist am Ende der Mitarbeiter, der ausgeglichen, erholt und zufrieden ist und genau solche Mitarbeiter und Führungskräfte sind ausschlaggebend für den Erfolg eines Hotels oder Restaurant. Sie müssen funktionieren. Und wer tut das auf Dauer schon, wenn er bis zu 60 Stunden die Woche arbeitet und sich irgendwann nur noch ausgelaugt fühlt?

Teilzeit mit flexiblem Arbeitszeitanteil in der Hotellerie und Gastronomie

Da gibt es die Gruppe, die nicht genau sagen kann, wie viele Stunden pro Woche sie arbeiten oder wo genau die Grenze zwischen Arbeit und Leben verläuft. Sie können vorher nie sagen, wie viele Stunden genau sie in der Woche arbeiten möchten und können. Daher benötigen wir für diese Gruppe ein Arbeitszeitmodell, z.B. Teilzeit, laut Vertrag 50 Stunden pro Monat. "Der Rest ist flexibel". Auch das Hotel profitiert davon. Der flexible Teil der Arbeitszeit ist dann auch abhängig, wie groß der Bedarf des Arbeitgebers ist.

Tandemverträge – Die zukünftigen Anstellungsverträge in der Hotellerie und Gastronomie

Die gelebte Flexibilität in der Arbeitswelt eines Hotels oder Restaurants, ja bis hin zur Führungskraft kann zukünftig auch das Gesicht des Jobsharings haben: Zwei Menschen teilen sich einen Job. Das Unternehmen profitiert gleichfalls, denn wenn sich zwei als echtes Work-Tandem verstehen, kann mehr als simple Teilzeit entstehen.
Was es dafür braucht? Einen Job, zwei passende Personen, ein Hotel oder Gastrobetrieb und natürlich einen Chef oder Chefin, die alle jene zusammenbringt. Das heißt dann: „Teamarbeit auf einer Stelle, an der Rezeption, im Restaurant, Küche, Hausdamenbereich usw.“.
Viele verwechseln Jobsharing – also Tandem-Stellenbesetzung auch mit Teilzeit – und haben dadurch von Beginn an eine falsche Vorstellung davon. Dabei unterscheidet sich Jobsharing durch die enge Zusammenarbeit der Tandempartner und die souveräne Einteilung von Aufgaben und Zeit ganz grundlegend von Teilzeit – und macht Arbeitsstellen flexibel, bis hin zu  Führungsjobs. Es ist lebensfreundlich und setzt da an, wo Teilzeit an ihre Grenzen stößt.
Aus Sicht des Hotels oder Gastronomiebetriebes ist es aus meiner Sicht eine riesen Chance, Tandems einzustellen, die innerhalb ihres Aufgabenbereichs komplementär aufgestellt sind. So haben Hotels sozusagen einen „Supermitarbeiter“, der viel mehr abdecken kann als eine Einzelperson.

10-15% höhere Produktivität, stark verminderte Kosten bei Krankheit und Urlaub.

Wenn jemand krank oder abwesend ist, ist zumindest immer eine „halbe“, bestens informierte Person da. Oftmals vertreten sich die Jobsharer auch komplett, sofern sie das im Arbeitsvertrag so geregelt haben.

Die große Chance Mitarbeiter für die Hotellerie und Gastronomie zu finden

Doch anstatt diese Entwicklung als großartige Chance zu sehen, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, haben viele Hoteliers und Gastronomen noch immer Angst, die inneren Unternehmensstrukturen den äußeren Veränderungen den heutigen Arbeitszeitanforderungen anzupassen. In Zukunft gilt immer mehr: Die Arbeit muss zum Leben passen, nicht umgekehrt.

… die nächste Altersgruppe, die Sie als Hotelier oder Gastronom umwerben sollten, ist die Generation Z, ab 1990 geboren.(Bild: Fotolia/bromingo)

  • Sie gelten als die wahren digitalen Ureinwohner.
  • Sie erwarten im Beruf vor allem Abwechslung.
  • Sie vermischen Beruf und Privatleben ganz natürlich.
  • Sie sind „die erste Generation, die sich darauf freut, den Job zu wechseln“.

Wir können diese Veränderung zur Mitarbeiterfindung und –bindung in unseren Hotels pro-aktiv angehen und ausreichend Mitarbeiter finden. Die Frage ist: Jetzt anfangen oder aber warten, bis auch Ihr Hotel, Restaurant den Tipping-Point erreicht hat.

Wer den Zug des Zeitgeistes verpasst, den treffen in Zukunft die Auswirkungen schneller, schmerzhafter und nachhaltiger. Sie können es in den Bewertungsplattformen ablesen. Lassen Sie es nicht dazu kommen!
Ich würde mich über eine angeregte Diskussion freuen!

Herzlichst

Ihr Werner Gärtner
Executivberater für Hoteliers und Gastronomen

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