Kundengewinnung und Kundenbindung dank „Pokémon Go“

Kundengewinnung und Kundenbindung dank „Pokémon Go“

Wie Sie an Pokémon Go mitverdienen können

Am neuesten Trend – Pokémon Go – kommt man zurzeit einfach nicht vorbei. Ob man den Fernseher einschaltet, im Internet surft oder in der Zeitung liest – die Pokémon begegnen uns in diesen Tagen überall. Das Spiel ist omnipräsent. Und obwohl man nicht jeden Trend mitmachen muss, kann man sich überlegen ob und wie man sich Pokémon Go zu Nutze machen kann. Wir zeigen Ihnen wie auch Sie aus diesem Megatrend Positives für Ihren Betrieb ziehen können und worauf Sie und Ihre Mitarbeiter generell eingestellt sein sollten.

Die Zahlen zu dieser neuen App von Niantic, Nintendo und der Pokémon Company, sind atemberaubend. Bis zum 20. Juli haben über 30 Millionen Menschen Pokémon Go heruntergeladen – und das innerhalb von nur 14 Tagen nach Veröffentlichung. Keine Überraschung also, dass dabei etliche Rekorde gebrochen wurden. Dieser enorme Hype macht sich auch an der Börse bemerkbar. Der Wert der Nintendo-Aktien hat sich zwischenzeitlich verdoppelt. 

 

Pokémon, Pokéstops und Kampfarenen

Doch wie kann unsere Branche davon profitieren? Wie kann die Hotellerie und Gastronomie diesen Trend nutzen? Und worauf muss sie sich einstellen?
Anstatt sich diesem Spiel zu verschließen, können Sie aktiv die Möglichkeiten nutzen, die sich Ihnen bieten. Ganz sicher sind auch in Ihrer direkten Umgebung relevante Stellen für Pokémon-Jäger. Doch was sind anziehende Stellen und wie funktioniert das Spiel? 
Ziel des Spiels ist es alle Pokémon (Pocket Monster – Taschenmonster) zu fangen, sie zu entwickeln und gegen andere Pokémon kämpfen zu lassen – Gotta Catch 'Em All.
Pokémon Go nutzt Augmented Reality (erweiterte Realität) – es ist positionsbezogen und bindet das Spiel in die direkte Umgebung des Spielers ein. Dies geschieht durch Google Maps und dem GPS-Signal Ihres mobilen Gerätes. Die Nutzer sehen auf ihrem Smartphone die Karte. Wenn sie sich in ihrem realem Umfeld bewegen, bewegt sich ihre Figur im Spiel mit.

Pokéstops und Arenen in Burghausen (Bild: © Florian Grassler)Neben den Straßen und Gewässern sind auf den Karten noch weitere wichtige Punkte eingezeichnet. Zum einen sind das sogenannte Pokéstops (Im Bild: Blaue Markierungen). Dabei handelt es sich um markante Punkte, Sehenswürdigkeiten – diese wurden im Zuge des früheren Spiels Ingress, des gleichen Herstellers, gesammelt. An diesen Pokéstops bekommen die Spieler unter Anderem ihre Pokébälle, die sie benötigen um die Pokémon zu fangen. Weitere wichtige Anlaufstellen sind die Arenen (Im Bild: die drei großen Markierungen). Hier finden die Kämpfe zwischen den Pokémon-Trainern statt. 

Sind bei Ihnen keine Pokéstops, müssen Sie deswegen nicht gleich Ihr Smartphone in den Sand stecken. Es gibt bereits Gerüchte wonach es in Zukunft möglich sein wird dem Entwickler Niantic „Landmarks“ vorzuschlagen. Unter Umständen kann beziehungsweise muss man für diese neuen Pokéstops oder Arenen zahlen – doch dazu gibt es noch keine verlässlichen Quellen.

 

Pokémon Go in Ihrem Betrieb

Sind genügend solcher relevanten Orte bei Ihnen in direkter Umgebung zu finden, können Sie überlegen, ob Sie dies nutzen wollen. Im Internet kursieren bereits einige Artikel und Berichte über Unternehmen die dank Pokémon Go ihren Umsatz steigern konnten. So hat beispielsweise eine Pizzeria auf Long Island bei New York ihren Umsatz um 70 Prozent erhöht

Aber wie hat der Betreiber das gemacht? 
Ganz einfach: Pokéstops und Arenen locken Spieler an. Wenn diese Spieler als potenzielle Kunden betrachtet werden, können Sie neue Gäste für sich gewinnen. Der Eigentümer der Pizzeria hat sich genau dies zu Nutze gemacht, indem er einen Köder (Pokémon-„Lure“) an einem Pokéstop bei seinem Geschäft ausgelegt hat. Dieser Lockstoff zieht dann für eine halbe Stunde zahlreiche Monster an. Die Trainer folgen von selbst. 
Noch einmal die Schritte zusammengefasst:

  • Gegebenheiten betrachten und nutzen
  • Lockstoffe kaufen
  • Köder auslegen
  • Pokémon anlocken
  • Auf potenzielle Gäste warten
  • Verkaufen!

 

Lockmodule kaufen

Köder bekommen Sie unter Anderem bei Level-Aufstiegen. Doch das ist ist für Sie nicht die richtige Strategie. Erstens müssten Sie dafür regelmäßig spielen – und welcher Hotelier oder Gastronome hat dafür ausreichend Zeit? und Zweitens erhalten Sie auf diesem Weg nur wenige solcher Lockmodule. Wenn Sie Pokémon zu sich locken wollen, ist ein anderer Weg erforderlich – und der heißt Geld ausgeben. Aber keine Angst: das wird Sie sicherlich nicht in den Ruin treiben. 

Die Lockstoffe können Sie für reales Geld über sogenannte In-App-Käufe erwerben – auf diese Weise finanzieren sich diese Spiele. Ein solcher Köder kostet dabei 100 Pokémünzen (8 Module kosten 680). 100 Münzen erhalten Sie für 0,99 Cent. Stufenweise gibt es Mengenrabatte: Bis zu 14.500 Münzen können Sie auf einmal kaufen – für dann 99,99 Euro.

 

Schritte für einen gut vorbereiteten Unternehmer

Was sollten Sie also tun, wenn Sie auf diesen Zug aufspringen oder wenigstens auf die Spieler vorbereitet sein wollen?

  • Dratini - Pokemon im Hotelbett (Foto: © Bianca Delbao)Zunächst sollten Sie anhand des Spiels Ihre Umgebung analysieren und überlegen ob bei Ihnen genügend Anlaufstellen verfügbar sind.
  • Sie sollten Ihre Mitarbeiter einweisen. Jeder Angestellte mit Gästekontakt sollte über die Funktionen des Spiels Bescheid wissen und wissen wo sich die wichtigen Stellen befinden – um Ihren Gästen helfen zu können.
  • Nutzerregeln festlegen. Denn auch wenn Sie den Spaß mitmachen, braucht es gewisse Regeln. Es ist schließlich nicht wünschenswert, dass die Spieler Sie oder gar andere Gäste stören. Manche Orte sind für die Spieler natürlich Tabu – so ist es nicht angebracht in Ihrem Spa-Bereich mit gezücktem Handy herumzulaufen oder Ihre Küche zu betreten. Auch sollten Eltern ihre Kinder beaufsichtigen. Kein Kind sollte nachts allein zum Hotel-Pool laufen, weil es hofft hier ein nachtaktives Wasser-Pokémon zu finden. 
  • Zu guter Letzt können Sie Ihre Gäste animieren Ihr Hotel oder Restaurant zu verlinken, wenn sie Fotos ihrer Pokémon-Eroberungen ins Netz stellen. Unter Umständen können Sie ihnen ja im Gegenzug eine Kleinigkeit anbieten.

Grundsätzlich sollten Sie keine Angst vor diesem Trend haben. Jeder Pokémon-Spieler der Ihr Grundstück oder Ihre Räumlichkeiten betritt ist als potenzieller Gast anzusehen. Bei jedem Spieler haben Sie die Chance in positiver Erinnerung zu bleiben und sie somit als Kunden an sich zu binden – ob Sie sie gezielt anlocken oder ob sie von alleine kommen.

 

Pokémon Go bewerben?

Wenn Sie als Hotelbetreiber Ihre wunderschöne Umgebung bewerben und darauf verweisen was man bei Ihnen alles erleben kann, können Sie das analog genauso für Pokémon Go machen. Sind die Gamer bisher immer Zuhause in ihren Zimmern gehockt, erkunden die Nutzer von Pokémon Go ihre Umwelt und bewegen sich aktiv draußen in der Natur. Ist bei Ihnen ein schöner Waldspaziergang möglich, so kann das für die Pokémon-Spieler genauso relevant sein, wie für Ihre regulären Gäste. Denn die kleinen Taschenmonster kann man überall finden – und in gewissen Umgebungen wie Wälder, Berge oder Seen, sind so manche Tierchen zu fangen, die es in der Stadt vielleicht nicht so oft gibt. 
Man sollte allerdings beachten:

  • Pokémon Go wird kein „Verkaufsargument“ für Ihr  Hotel oder Restaurant sein – kann aber positive Auswirkungen haben – Sie sollten also keine offensive Werbekampagne darauf aufbauen
  • Es ist nicht absehbar wie lange dieser Trend anhält. Es ist wahrscheinlich, dass der Hype früher oder später abflacht und sich auf einem „normalen“ Niveau einpendelt. 

Freilaufende Pokémon im Löwenbräukeller-BiergartenEine großangelegte Werbekampagne auf Pokémon Go aufzubauen wäre mit Sicherheit der falsche Weg. Was Sie aber ohne Bedenken machen können, sind Facebook-Posts mit Bildern von Pokémon bei Ihnen im Hotel oder Restaurant. 

Sie können ebenfalls auf Ihrer Homepage damit werben. Der ein oder andere Betrieb – wie der Löwenbräukeller in München – hat schon gehandelt. Werbung unmittelbar an Ihrem Betrieb (siehe Aktionstafel im Bild) ist ebenso einfach wie effektiv. Jeder Passant wird es sehen und sich in vielen Fällen ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen können.

Es gibt aber tatsächlich auch Hotels die offensiv mit den Pokémon werben. So wirbt eine Hotelgruppe in Australien mit den ersten Pokémon-freundlichen Hotels. Sie bieten kostenlose "Lures" an der Hotelbar und eine Portion Pommes gratis zu jedem gekauften Getränk. Eine klevere Marketing-Strategie zur Kundengewinnung.

Fazit

Pokémon Go ist ein Megatrend. Allerdings wird er in diesem Ausmaß höchstwahrscheinlich nicht von Dauer sein. Dennoch können und sollten Sie sich und Ihre Mitarbeiter auf das Spiel einstellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Gästen oder potentiellen Gästen begegnen die Pokémon fangen wollen, ist relativ hoch. Vor allem jüngere Menschen – aber auch Erwachsene die mit Nostalgie auf ihre Gameboy-Zeit zurückblicken – jagen mit Spaß den Pokémon nach. Sehen Sie diesen Trend als Chance neue Gäste zu gewinnen und vielleicht sogar aktiv anzulocken. 
Probieren Sie das Spiel selbst aus, machen Sie sich ein Bild Ihrer Lage und locken Sie neue Kunden mit kleverer Werbung und Lockmodulen zu sich. Auf diese Weise verdienen auch Sie an diesem Hype mit.
Grundsätzlich muss man nicht jeden Trend mitmachen – es ist auch nicht jeder sinnvoll – aber man sollte über die aktuellen Strömungen und Entwicklungen Bescheid wissen um nicht kalt erwischt zu werden. Verschließen Sie sich nicht, seien Sie offen für Neues und zeigen Sie Humor.

Viel Spaß und Erfolg wünscht

Ihr Florian Grassler

 

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