Zahlen – Daten – Fakten: Heutiges Business ohne Herz und Emotionen?!

Zahlen – Daten – Fakten: Heutiges Business ohne Herz und Emotionen?!

Menschlichkeit im Berufsalltag finden

„Gute Miene zum bösen Spiel“, so könnte man die Erscheinungen und Ausdrucksweisen von so manchen Menschen interpretieren, die einem so tagtäglich im beruflichen Alltag begegnen. Frei nach dem Motto „mein Haus, mein Boot, mein Pferdchen“ werden einem scheinbare Erfolgsstories aufgetischt, um andere zu beeindrucken, aber auch um von den eigenen Herausforderungen und negativen Lebensereignissen abzulenken. Nur keine Angriffsfläche für andere aufzeigen und eine heile Welt nach außen suggerieren.

Klappern gehört zum täglichen Handwerk

Ein weiteres Phänomen ist die Tatsache, dass alle reden, aber kaum jemand mehr zuhört. Nur wenige können sich wirklich noch auf den Gegenüber und in die Situation des anderen hineinfühlen. Dafür ist jeder mit sich selbst viel zu beschäftigt, um sich mit den Themen anderer ernsthaft auseinander setzen zu wollen. Wenn man auf die Frage „Wie geht es Ihnen?“, mit „nicht so gut“ antwortet, kann man durchaus sein Gegenüber schon mal in die Bredouille bringen.

Ist unser heutiges Dasein wirklich nur noch darauf beschränkt, nach den harten Bandagen der Business-Regeln zu funktionieren und seine Menschlichkeit an den Nagel zu hängen? Hat dies noch etwas mit Menschlichkeit zu tun oder sind wir bereits dabei, unsere Sinne und Gene nur noch auf Zahlen, Daten, Fakten zu konditionieren bzw. zu minimieren?

Wer im Job Menschlichkeit zeigt, ist ein „Loser“

Schaut man sich so um, so traut sich kaum noch jemand, etwas von sich preiszugeben, geschweige denn über Herausforderungen in seinem Umfeld zu sprechen. Wo sind die Emotionen, die Begeisterung sowie der Spaß und die Freude geblieben, die viele Menschen mal angetrieben haben, ihre „Berufung“ zu leben, die den Beginn der eigenen beruflichen Laufbahn eingeläutet hat? Stattdessen trifft man auf Menschen, die nach einem festen, eingefahrenen Schema funktionieren, anscheinend keine Fehler machen, denen es „bestens“ geht und die so fokussiert sind, dass die eigene Persönlichkeit durch den „Druck“ der Außenwelt derart überschattet wird, dass die eigene Begeisterung und Meinung im tiefsten Inneren des Menschen vergraben wurde.

Im Grunde ist der Bogen derart überspannt, dass erst mal vieles in Frage gestellt wird. Misstrauen und Vertrauen haben sich in den letzten Jahren in ihrer Wahrnehmung drastisch verschoben. Immer und überall vorsichtig sein, ist die Grundregel des heutigen Lebens. Der unbürokratische Handschlag als Vertragsabschluss ist nur noch selten zu beobachten. Zu komplex und zu undurchschaubar ist mittlerweile das Rechtswesen geworden. Rechtsanwälte und Gerichte haben Hochkonjunktur. Warum? Weil der Mensch sich antrainiert hat, sich für alles hundertprozentig abzusichern und nicht mehr auf seine Intuition und Bauchgefühl zu hören. Die Welt ist mittlerweile durchflutet von Misstrauen, denn überall könnte ein Fallstrick lauern. Somit ist es keine große Überraschung, dass wir uns immer mehr absichern und versuchen, unbeschadet durchs Leben zu kommen. Nur nicht anecken, sich angreifbar machen und als Loser in der Außenwelt dastehen.

Funktioniert unser Leben nur noch so?

Kooperation statt Konfrontation

Gemeinsam mehr erreichen - Zusammenarbeit
Zusammenarbeit (fotolia/Matthias Enter)

Seit geraumer Zeit ist in vielen Bereichen zu beobachten, dass genau diese Art des „höher, schneller, weiter“ auf Dauer nicht mehr den Erfolg bringt, der einmal in unzähligen, schweißtreibenden Strategie-Meetings verabschiedet wurde. Denn die entscheidenden Faktoren wurden bei diesen Überlegungen gänzlich außer Acht gelassen: der Mensch und das zwischenmenschliche Vertrauen. Was nützt es, wenn ich ein hervorragendes Produkt habe oder erstklassige Dienstleistung anbiete, wenn sich keiner mehr angesprochen fühlt, weil die Emotion und der gewisse menschliche Funke fehlen. Dies gilt gleichermaßen für die Arbeitnehmer, wie aber auch aus Kunden-bzw. Gastsicht. Nicht umsonst nimmt die Zahl der Engagements von spezialisierten Coaches in Unternehmen zu. Zum einen sollen Sie die „Kollegialität“ bzw. Teamfindung innerhalb der Abteilungen wieder herstellen und zum anderen die Mitarbeiter sowie die Führungsriege so sensibilisieren, dass die „Zwischen-Menschlichkeit“ und das Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitern und Kunden wieder hergestellt werden. Ob hier neue Wortfindungen wie z.B. „Feel Good Manager“ zielführend sind, ist eine andere Frage.

Auf jeden Fall sollte es zum Unternehmen bzw. zum Menschen passen. Es geht um authentischen, echten zwischenmenschlichen Kontakt auf Augenhöhe! Veränderungen entstehen immer durch Gefühle. Und positive Gefühle sind der Anfang für Vertrauen. Eine weiterentwickelte Vertrauenskultur bildet die Basis für kürzere Wege, zielführendere Entscheidungen und ein optimiertes Arbeiten, was der gemeinsamen Sache dient und nicht von dem Egotrip einzelner Personen geprägt ist.

„So einfach geht das nicht" mögen so manche denken. Warum? Weil unsere eingeengte Vorstellungskraft etwas anderes signalisiert. Und genau hier ist anzusetzen - den Blickwinkel des Lebens wieder zu erweitern und die unzähligen Möglichkeiten, die uns das Leben mit auf den Weg gegeben hat, wieder wahrzunehmen und auszuschöpfen. Im Grunde ruft unsere Seele nach mehr Freude, Emotion, Herz und Menschlichkeit. Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, ständig in Konfrontation und Missgunst zu leben. Nur in Kooperation und im Miteinander sind wir auf Dauer in der Gemeinschaft überlebensfähig, erfolgreich und glücklich.

Fazit: Mit Wertschätzung und Lebensfreude zu mehr Erfolg im Business

Lebensfreude und Depression
Den richtigen Weg finden

Wir sollten uns alle mal an die Nase fassen und fragen, wie unser Erscheinungsbild in der Außenwelt wahrgenommen wird. Sind wir das noch, oder haben wir uns auf die Spielregeln anderer eingelassen? Sind wir noch das, wofür wir mal gestanden haben? Was ist uns persönlich wichtig und wie können wir dies wieder reaktivieren? Sind wir authentisch in dem, was wir tun? Denn was ich lebe und ausstrahle, ziehe ich auch an. Dies ist eine Gesetzmäßigkeit die immer schon Bestand hatte und auch immer Bestand haben wird.

Zahlen – Daten – Fakten bilden die Grundlagen unseres beruflichen Lebens. Soweit so gut. Durch die Digitalisierung mögen diese zwar mehr in der Vordergrund gerückt sein, allerdings sind wir als Menschen und Gesellschaft gefordert, diesem scheinbaren Übergewicht mit Persönlichkeit, Eigen-Mut und Selbstbewusstsein entgegen zu treten. Und dies steht keineswegs im Widerspruch zu betriebswirtschaftlichem Denken, Professionalität und Gewinnmaximierung. Denn wenn wir der „Menschlichkeit“ wieder mehr Bedeutung und Sinnhaftigkeit zukommen lassen, entwickeln Geschäftspartner auch wieder mehr Vertrauen. Auch werden dann Unternehmen wieder verstehen, wie sie ihren Mitarbeitern durch Wertschätzung statt mit Wertschöpfung zu mehr Freude und Engagement verhelfen können. Und das ist wiederum gut fürs Business!

Also, lassen wir uns nicht von den künstlich aufgebauschten Business-Regeln die Lebensfreude und die Lebensqualität verderben. Denn was wir als bedeutend oder unbedeutend ansehen, entscheiden immer noch wir als Mensch ganz alleine, und zwar mit Herz, Verstand und Emotionen. Jeder von uns hat die Wahl!

 

Herzlichst,

Ihr Jan Schmidt-Gehring

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