Die gewaltfreie Kommunikation im Alltag

Die gewaltfreie Kommunikation im Alltag

Kommunikation: respektvoll und einfühlsam

Das Ziel von gewaltfreier Kommunikation sollte es sein, eine respektvolle und empathische Atmosphäre zu schaffen, um Konflikte und Missverständnisse zu vermeiden. Dies gilt nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch im Berufsalltag und speziell in der Hotellerie und Gastronomie. Lesen Sie, welche Komponenten hierfür eine Rolle spielen.

Straßenlampe: Kommunikation
Kommunikation

Ein Mann sucht unter einer Straßenlaterne auf allen Vieren nach etwas. Ein Polizist kommt vorbei und fragt ihn was er da macht. Der leicht angetrunkene Mann antwortet: „Ich such nach meinem Autoschlüssel“. Der Beamte erkundigt sich: „Haben Sie ihn hier verloren?“  „Nein, nein erwidert der Mann, ich habe ihn auf dem Weg hierher verloren“. Als er den verblüfften Gesichtsausdruck des Polizisten sieht, fährt er fort: „Aber das Licht ist hier viel besser!“

Sehr oft stellen wir fest, dass unsere kulturellen Wurzeln und die Erziehung unsere Aufmerksamkeit in eine Richtung lenken, wo wir zu oft nicht das bekommen, was wir haben möchten. Um diese Wahrnehmung zu trainieren, hat Dr. Marshall B. Rosenberg, Gründer des internationalen Center for Nonviolent Communication, eine Methode entwickelt, womit das Licht der Bewusstheit die Richtung beleuchtet, wo wir möglicherweise das finden, wonach wir suchen. Viele von uns möchten in Ihrem Leben Einfühlsamkeit, einen Fluss zwischen uns und anderen Menschen, der auf gegenseitigem Geben und Nehmen von Herzen beruht.

Der Prozess der gewaltfreien Kommunikation:

Dieser Wunsch von Herzen zu geben kann Wirklichkeit werden. Um dieses Ziel zu erreichen, spricht Dr. Marshall Rosenberg von den vier Komponenten des GFK-Modells:

1. Beobachtung

Sie befinden sich in einer bestimmten Situation. Beobachten Sie zuerst was tatsächlich geschieht. Was hören Sie andere sagen? Was sehen Sie, was andere tun? Könnte es auf Ihr Leben einen positiven Einfluss haben? Die Kunst an der Sache ist, diese Beobachtung ohne Bewertung oder Beurteilung dem anderen mitzuteilen. Sie beschreiben einfach objektiv, was jemand macht und sagen ihm, ob Sie es mögen oder nicht.

2. Gefühle

Im nächsten Schritt sprechen Sie aus, wie diese Situation auf Sie wirkt und wie Sie sich dabei fühlen.

Fühlen Sie sich verletzt, erschrocken, irritiert, amüsiert, froh…?

3. Bedürfnisse

Nun geht es darum, dem anderen zu erläutern, welche Bedürfnisse hinter diesen Gefühlen stehen.

Was fehlt Ihnen? Was brauchen Sie? Warum entwickeln sich diese Gefühle?

4. Bitten

Rückblickend auf die ersten drei Schritte formulieren Sie nun eine sehr spezifische Bitte. Diese bezieht sich auf das, was Sie von anderen erwarten, um die gemeinsame Lebensqualität zu verbessern.

Beispiel gewaltfreier Kommunikation

Zum besseren Verständnis nehmen wir das einfache Beispiel von zwei Schulfreunden:

Erstes Gespräch ohne GFK

Hausaufgaben: Beispiel Kommunikation mit GFK
Kommunikation mit GFK

Max Hey Du ich habe meine Hausaufgaben vergessen. Könnte ich mal Deine haben?
Moritz Jedes Mal willst Du meine Hausaufgaben haben. Lass mich in Ruhe
Max Was sollt das denn heißen?
Moritz Du bist nur zu faul selber was für die Schule zu machen
Max Was ist denn jetzt auf einmal mit Dir los?
Moritz Ach Blödmann! Diesmal kannst Du dem Lehrer schön beichten, dass Du nichts hast.
Max Na toll! Ich dachte wir wären Freunde!
Moritz Wenn Du noch einmal versuchst meine Hausaufgaben abzuschreiben, dann gibt's was auf die Ohren.
Max Lass es sein. Dann eben nicht.

Zweites Gespräch mit GFK

Max Hey Du ich habe meine Hausaufgaben vergessen. Könnte ich mal Deine haben?
Moritz Sag mal, kann es sein, dass Du in der letzten Zeit fast jeden Tag meine Hausaufgaben brauchst?
Max Mmh! Das kann schon sein. Aber wäre es heute nochmals möglich?
Moritz Ich fühle mich einfach ausgenutzt, wenn ich ständig für Dich mitarbeiten muss.
Max Kann ich verstehen. Aber ich dachte, dass wir Freunde sind. Geht es Dir dabei wirklich so schlecht?
Moritz Ja klar sind wir Freunde. Aber mir fehlt halt ab und zu die Anerkennung und ein wenig Dankbarkeit
Max Klar da hast Du irgendwie Recht. Soll ich die morgen für Dich machen?
Moritz Nein das brauchst Du nicht. Aber ich würde mir wünschen, dass wir in der Zukunft vielleicht zusammen daran arbeiten. Heute gebe ich sie Dir nochmal.
Max Prima. Danke schön! Wir können uns die Tage mal treffen, um die Hausaufgaben gemeinsam zu erledigen.

Fazit

Kommunikation: Respektvoller Umgang
Respektvoller Umgang

Um die gewaltfreie Kommunikation anzuwenden, benötigen die Leute, mit welchen Sie kommunizieren, keine große Ausbildung. Selten haben sie die Absicht, sich Ihnen gegenüber einfühlsam zu verhalten. Es reicht, wenn Sie selbst dem Prinzip der gewaltfreien Kommunikation treu bleiben. Sie tun alles, was Sie können, um anderen zu vermitteln, dass ihr einziges Motiv ist, respektvoll und einfühlsam miteinander zu kommunizieren. Es gelingt Ihnen vielleicht nicht immer, aber dieses Einfühlungsvermögen entfaltet sich unvermeidlich, wenn Sie darauf achten.

Wer im Berufsleben erfolgreich sein möchte, braucht ohne Zweifel hervorragende Fachfähigkeiten. Ganz besonders im Gastgewerbe spielt die emotionale Kompetenz eine entscheidende Rolle und bildet die Grundlage der Kommunikation mit Ihren Gästen. Sehr oft entstehen Reklamationen nicht aufgrund von Fachfehlern sondern viel öfters aufgrund scheiternder Kommunikation.

Vertiefen Sie dieses Thema und besuchen Sie das Seminar „Grundmerkmale der Kommunikation“ in welchem Sie lernen, schwierige Gespräch mit der „emotionalen Intelligenz“ zu führen und dabei höchste Professionalität zu zeigen.

 

Herzlichst
Ihr Didier Morand

 

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