„Ich denke, also bin ich!“ – Selbstbewusstsein und Intelligenz

„Ich denke, also bin ich!“ – Selbstbewusstsein und Intelligenz

Das Verständnis von Intelligenz

Der französische Philosoph René Descartes schrieb diesen Satz im Anschluss an seine radikalen Zweifel an die eigene Erkenntnisfähigkeit. Damit war das Thema „Selbstbewusstsein“ (sich seiner selbst bewusst zu sein) geboren. Von klein auf wird unsere geistige Entwicklung ständig beobachtet, um sicherzustellen, dass wir die nötigen Fortschritte machen. In der Schulzeit wird unsere Intelligenz zu bestimmten Leistungsgruppen (z. B. Berufslehre, höhere Schule, Studium usw.) zugeordnet. Oft ist im Berufsleben die Bewertung unserer intellektuellen Fähigkeiten Teil des Auswahl- und Beförderungsprozesses. Im Alter werden unsere geistigen Fähigkeiten getestet, um mögliche Demenz oder Gehirnverletzungen zu diagnostizieren und die Genesung zu überwachen. Unser Intellekt und insbesondere unsere Art ihn einzusetzen wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus.

Werden wir dümmer?

Immer häufiger geistern Schlagzeilen von der „Generation Doof“ durch die Zeitungen. In westlichen Industrienationen sinkt seit zehn Jahren der durchschnittliche Intelligenzquotient. Alarmierend, oder? Regelmäßig beklagen Betriebe bei Lehrstellenbewerbern wachsende Bildungsdefizite.

Hierzu zwei Beispiele:

Schulklasse - Wissen - Intelligenz
Schulwissen

In Schulen werden z. B. die Rechtschreibung und die Grammatik nicht mehr unterrichtet. Eine Mutter kämpft diesbezüglich seit Monaten mit ihrem Sohn und fragte sich verzweifelt, ob der Junge jemals die deutsche Sprache ordentlich beherrschen wird. Nachdem sie diesen mangelnden Unterricht feststellte, gab sie sich die Mühe, sämtliche Grammatik- und Nomen-Regelungen in einem Heft klar, deutlich und übersichtlich zusammenzufassen und übte diese regelmäßig mit ihrem Junior.
Ergebnis: Das Kind versteht die Regeln immer besser, setz sie konsequent um und verbessert seine Rechtschreibung von Woche zu Woche.

In einer weiteren Schule sagte der Lehrer zu Beginn des Schuljahres: „Während des Unterrichts wird alle Viertelstunde eine 5-minutige Pause zu Regenerierung der Gehirnzellen eingeführt.“
Wie sollen diese Kinder jemals lernen, ihre Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln?

Die Intelligenz

Bücher - Bildung, Wissen und Intelligenz
Bildung und Wissen

Oft wird der Intelligenz-Begriff gerne mit Bildung und Wissen gleichgesetzt. Viele Menschen gehen davon aus: „Je größer die Intelligenz, desto größer der schulische oder berufliche Erfolg und glücklicher der Mensch.“

Stimmt das wirklich?

Die Intelligenz ist ein Sammelbegriff für alle kognitive Fähigkeiten eines Menschen. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass man sich an neue Aufgaben und Lebensbedingungen anpassen und sie erfolgreich bewältigen kann. Sie wird in zwei Komponenten unterteilt: Fluide und kristalline Intelligenz.

Fluide und kristalline Intelligenz

Fluide Intelligenz: die angeborene Fähigkeit zu lernen, Schlussfolgerungen zu ziehen und damit neuartige Probleme zu lösen, ohne, dass auf Erfahrungen zurückgegriffen wird.

Kristalline Intelligenz: arbeitet dagegen mit erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten. Es umfasst das spezifische Wissen, welches wir uns durch Lernen und Erfahrungen aneignen.

Aus Beobachtungen geht vor, dass die fluide Intelligenz, mit fortschreitendem Alter abnimmt. Die kristalline Intelligenz hingegen bleibt bis ins hohe Alter erhalten und lässt sich mit entsprechendem Mental-Training sogar noch steigern.

Doch ist diese Intelligenz angeboren oder erworben?

Diese Frage wird seit Jahrzehnten kontrovers, gar ideologisch diskutiert. Aktueller Stand der Forschung ist, dass die Intelligenz teils angeboren und teils durch das Umfeld (z. B. Lebensverhältnisse) bestimmt wird. Wie stark allerdings der Einfluss der Gene ist, ist noch unklar und wird weiter geforscht.

Fest steht, dass, beispielsweise im Berufsleben, diese Intelligenz ständig durch Schulungen, Unterweisungen, Fort- und Weiterbildung erhalten und gesteigert werden kann.

Multiple Intelligenzen

Kreativität - multiple Intelligenzen
Multiple Intelligenzen

Das Verständnis von Intelligenz wurde von Intelligenzforschern mit dem Konzept der multiplen Intelligenzen weiterentwickelt. Es gibt verschiedene Arten von Intelligenz, die jeder Mensch im unterschiedlichen Umfang besitzt:

  • Sprachliche Intelligenz
  • Musikalische Intelligenz
  • Logisch-mathematische Intelligenz
  • Räumliche Intelligenz
  • Körperlich-kinästhetische Intelligenz
  • Praktisch-technische Intelligenz
  • Soziale Intelligenz
  • Emotionale Intelligenz
  • Erfolgsintelligenz
  • Spirituelle Intelligenz

Jeder Mensch hat auf irgendeinem Gebiet ausgeprägte Stärken. So verfügt der eine über eine hohe Sprachbegabung, der andere über eine hohe Musikalität, wieder ein anderer kann bestens mit Menschen umgehen. Diese Stärken prägen entscheidend die Persönlichkeit.

Bewerten Sie Ihre Intelligenz

Haben Sie sich einmal darüber Gedanken gemacht, welche dieser Intelligenzen bei Ihnen besonders ausgeprägt ist? Versuchen Sie darüber nachzudenken und bewerten Sie jede einzelne auf einer Skala von 1 (gar nicht ausgeprägt) bis 10 (sehr ausgeprägt). Vielleicht ändert sich Ihr „Selbst-bewusst-sein“-Bild und Sie entdecken eine neue Perspektive Ihrer Persönlichkeit.

Persönlich habe ich diese Übung vor einigen Jahren gemacht. Mir ist dann bewusst geworden, wie sehr die musikalische Intelligenz meine Persönlichkeit prägt und wie ungefaltet diese Stärke noch ist. Seitdem singe ich regelmäßig und bin sogar Mitglied eines Chores geworden.

 

Herzlichst
Ihr Didier Morand

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