Sie stehen selbst in der Küche, an der Rezeption oder im Service – und die Zeit für den Blick nach vorne fehlt? Gerade dann sind Wissen und Weiterbildung wichtig: Neue Ideen, andere Perspektiven und aktuelles Know-how helfen, den Betrieb zukunftsfähig zu halten. Doch Wissen allein verändert noch nichts. Erst wenn das Gelernte ausprobiert, angewendet und zur Erfahrung wird, entsteht Kompetenz. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Weiterbildung, die inspiriert – und einer, die wirklich etwas bewegt. Denn Erfolg hat drei Buchstaben: TUN.
Warum Weiterbildung erst dann etwas bringt, wenn sie im Alltag ankommt!
„Wissen ist Erfahrung. Alles andere ist Information.“
Diesen Satz habe ich vor einiger Zeit in einem Internetvortrag gehört. Leider weiß ich nicht mehr, von wem er ursprünglich stammt. Doch er ist bei mir hängen geblieben. Mehr noch: Er hat mich elektrisiert!
Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr beschreibt dieser Satz das, was ich in meiner Arbeit mit Unternehmerinnen und Unternehmern, Führungskräften und Teams immer wieder erlebe.
Wir haben heute kein Problem damit, an Informationen zu kommen. Im Gegenteil. Wir werden regelrecht überschüttet damit: Seminare. Webinare. Podcasts. Bücher. Videos. LinkedIn. YouTube. KI. Fachartikel. Noch nie war Wissen so leicht verfügbar. Und trotzdem verändert sich in vielen Unternehmen erstaunlich wenig.
Warum?
Wir werden viel zu viel inspiriert und setzen viel zu wenig um!
Und, weil Information & Inspiration keine Kompetenzen sind.
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Vom Wissen zum Können ist es ein weiter Weg
Ich würde die Entwicklung so beschreiben:
• Information bekomme ich, wenn mir jemand etwas erklärt/ich etwas lese oder sehe.
• Wissen entsteht, wenn ich es verstanden habe.
• Doch erst wenn ich es anwende, wird daraus Erfahrung.
• Und Erfahrung entsteht nicht dadurch, dass beim ersten Versuch alles funktioniert.
Im Gegenteil.
Ich probiere etwas aus. Es klappt vielleicht nicht. Ich reflektiere. Verändere etwas. Probiere es wieder. Genau dadurch entsteht Kompetenz.
Denn erst wenn sich mein Verhalten tatsächlich verändert, verändert sich irgendwann auch etwas im Unternehmen.
Das klingt eigentlich selbstverständlich. Im Alltag ist es das aber ganz und gar nicht.
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Der Unternehmer, der wieder selbst in der Küche steht
Ein Beispiel aus der Hotellerie macht das für mich besonders deutlich.
Der Unternehmer eines Hotels ist gleichzeitig Küchenmeister. Er kennt sein Handwerk. Er hat Erfahrung. Er weiß, wie eine gute Küche funktioniert.
Dann kündigt sein Küchenleiter. Panik, und dann die Entscheidung selbst wieder in die Küche zu gehen.Doch wie wir alle wissen: Gute, gut ausgebildete und gleichzeitig erfahrene Küchenleiter zu finden, ist nicht gerade einfach.
Es passiert das, was ich in der Praxis immer wieder beobachte:
Der Unternehmer steht selbst wieder in der Küche. Oder die Unternehmerin übernimmt wieder die Rezeption. Oder steht im Service. Nicht, weil sie das unbedingt möchte. Sondern weil die Situation es scheinbar verlangt.
Und zunächst fühlt sich das sogar richtig an:
• Die Qualität stimmt.
• Die Abläufe funktionieren.
• Er oder sie weiß, was zu tun ist.
• Und vor allem entsteht dieses Gefühl: „Dann habe ich wenigstens alles im Griff.“
Doch genau hier lohnt sich ein zweiter Blick.
Natürlich hat der Unternehmer die Küche im Griff! Aber:
• Wer hat in dieser Zeit das Unternehmen im Griff?
• Wer kümmert sich um die Zahlen?
• Wer entwickelt das Marketing weiter?
• Wer beschäftigt sich mit der Positionierung?
• Wer führt die anderen Mitarbeiter?
• Wer denkt über neue Angebote nach?
• Wer arbeitet an der Zukunft des Unternehmens?
Und noch wichtiger:
Was passiert mit den Mitarbeitern, die durchaus mehr Verantwortung übernehmen könnten?
Selbstverständlich ist es manchmal notwendig, selbst einzuspringen. Gerade in kleinen und privat geführten Betrieben lässt sich das nicht vermeiden.
Aber aus einer kurzfristigen Notlösung darf keine dauerhafte Lösung werden.
Denn ein Unternehmen muss sich weiterentwickeln. Es muss sich den Veränderungen des Marktes stellen, den Bedürfnissen seiner Gäste – und genauso den Bedürfnissen seiner Mitarbeiter.
Wer als Unternehmer dauerhaft im Operativen feststeckt, hat irgendwann keine Zeit mehr, sein Unternehmen weiterzuentwickeln.
Und genau deshalb ist es so wichtig, Mitarbeiter zu befähigen.
Das ist herausfordernd.
Aber es ist machbar.
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Wenn Erfahrung zum Hindernis wird
Das ist für mich einer der spannendsten Punkte im Unternehmertum! Denn Erfahrung ist etwas unglaublich Wertvolles. Aber Erfahrung kann uns auch bremsen.
Der Hotelier als Küchenchef weiß schließlich, wie es geht. Er hat es jahrelang gemacht. Er kennt die Abläufe, die Produkte, die Qualität und die Stolperfallen. Warum sollte er also jemanden etwas ausprobieren lassen, wenn er selbst weiß, wie es schneller und besser geht?
„Bevor ich es dreimal erkläre, mache ich es lieber selbst.“ Diesen Gedanken kennen wahrscheinlich viele Unternehmer. Doch genau hier beginnt der Kreislauf:
• Der Unternehmer übernimmt Aufgaben selbst.
• Die Mitarbeiter übernehmen weniger Verantwortung.
• Der Unternehmer verliert noch mehr Vertrauen.
• Also übernimmt er noch mehr selbst.
• Und die Mitarbeiter lernen noch weniger.
Das Problem ist deshalb nicht immer fehlende Motivation oder fehlendes Engagement der Mitarbeiter.
Manchmal fehlt ihnen schlicht die Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln.
Denn Erfahrung entsteht nur durch Tun.
Und genau deshalb bedeutet Befähigung auch: Verantwortung geben, begleiten, Fehler zulassen und daraus lernen.
Das gilt für Mitarbeitende genauso wie für Führungskräfte und Unternehmer.
Und genau hier erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder, wie wertvoll externe Begleitung sein kann. Nicht unbedingt, weil der Unternehmer noch mehr Wissen braucht. Sondern weil eine erfahrene Person von außen praktische Erfahrungen, Beispiele und einen anderen Blickwinkel mitbringt.
Meine Mandanten sagen mir nach einer Zusammenarbeit immer wieder, dass genau das für sie besonders wertvoll war:
• nicht noch mehr Theorie, sondern die Erfahrung aus der Praxis.
• Was funktioniert wirklich?
• Was funktioniert vielleicht auf dem Papier, aber nicht in einem Hotel mit 40 Zimmern und einer kleinen Mannschaft?
• Wo haben andere bereits Fehler gemacht?
• Was könnte im eigenen Betrieb funktionieren?
Diese Verbindung aus Wissen, Erfahrung und konkretem Blick auf den eigenen Betrieb ist für mich ein wesentlicher Teil von Entwicklung.
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Gute Mitarbeiter werden nicht dadurch besser, dass wir ihnen Arbeit abnehmen
Wenn ich über Weiterbildung spreche, denke ich deshalb nicht nur an Seminare.
Ich denke an Befähigung.
• Ein Mitarbeiter kann nur Erfahrung sammeln, wenn er etwas tun darf.
• Eine Führungskraft kann nur Führung lernen, wenn sie tatsächlich führen darf.
• Ein Küchenleiter kann nur Verantwortung übernehmen, wenn der Unternehmer
Verantwortung abgibt.
• Und ein Unternehmer kann nur lernen, loszulassen, wenn er bereit ist,
nicht mehr alles selbst zu kontrollieren.
Aber Befähigung bedeutet für mich nicht, einfach Aufgaben zu verteilen und zu hoffen, dass es funktioniert.
Befähigung braucht Begleitung.
Und gleichzeitig muss der Unternehmer das große Ganze im Blick behalten. Denn es geht nicht darum, möglichst viel an Mitarbeiter abzugeben. Es geht darum, das Unternehmen zukunftsfähig zu machen.
• Vielleicht bedeutet das, die Speisenkarte zu verändern.
• Vielleicht müssen Öffnungszeiten angepasst werden.
• Vielleicht muss ein F&B-Bereich neu gedacht oder sogar neu positioniert werden.
• Vielleicht müssen Abläufe verändert werden, damit Mitarbeiter ihre Arbeit besser und effizienter erledigen können.
Das Ziel ist nicht: „Wie bekomme ich die Aufgabe von meinem Tisch?“
Das Ziel ist: „Wie entwickeln wir Menschen und Betrieb so weiter, dass wir auch morgen noch gut aufgestellt sind?“
Die Zukunftsfähigkeit des Betriebes ist oberste Priorität. Und genau deshalb gehören Weiterbildung, Befähigung und Begleitung für mich zusammen.
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Und genau hier beginnt echte Weiterbildung
Ich halte Weiterbildung für enorm wichtig. Gerade heute.
Die Anforderungen an Unternehmer und Führungskräfte verändern sich ständig. Digitalisierung, KI, Mitarbeiterführung, Verkauf, Marketing, Wirtschaftlichkeit, Kommunikation – niemand kann alles wissen und schon gar nicht alles allein beherrschen.
Aber Weiterbildung darf nicht beim Wissen stehen bleiben.
• Denn was nützt mir die beste Erkenntnis aus einem Seminar, wenn ich am nächsten Morgen wie der genauso handle wie vorher?
• Was nützt mir die Methode für bessere Mitarbeitergespräche, wenn ich das schwierige Gespräch trotzdem wochenlang vor mir herschiebe?
• Was nützt mir das Wissen über Delegation, wenn ich am Ende doch jede Entscheidung selbst treffe?
• Was nützt mir das Wissen über Kennzahlen, wenn ich sie nicht regelmäßig anschaue und daraus Konsequenzen ziehe?
Dann habe ich etwas gelernt. Aber noch nichts verändert.
Genau deshalb endet Weiterbildung nicht mit dem Seminar.
Eigentlich beginnt sie dort erst.
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Die berühmte Weiterbildungsfahrt
Vielleicht kennen Sie das:
Man fährt zu einer Weiterbildung. Man hört interessante Vorträge. Man bekommt neue Impulse. Man schreibt fleißig mit. Man tauscht sich mit anderen aus. Man kommt inspiriert zurück. Und dann… kommt der ganz normale Hotelalltag.
• Gäste.
• Mitarbeiter.
• Krankmeldungen.
• Lieferanten.
• E-Mails.
• Buchhaltung.
• Probleme.
Und plötzlich ist der gute Vorsatz von gestern gar nicht mehr so wichtig.
Nach ein paar Wochen ist alles wieder beim Alten.
Das nenne ich eine Weiterbildungsfahrt.
Man war zwar dort. Man hat etwas gehört. Vielleicht sogar viel gelernt. Aber es ist keine neue Kompetenz entstanden.
Das klingt hart.
Aber genau deshalb sollten wir Weiterbildung anders betrachten.
Nicht: „Was habe ich im Seminar gelernt?“
Sondern: „Was mache ich seitdem anders?“
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72 Stunden entscheiden manchmal mehr als acht Stunden Seminar
Ich habe für mich deshalb einen einfachen Gedanken entwickelt:
Nach einer Weiterbildung sollte innerhalb von 72 Stunden etwas ausprobiert werden.
Nicht zehn Dinge. Nicht eine neue To-do-Liste mit 27 Punkten. Eine Sache. Etwas, das konkret in den eigenen Alltag passt; Eine andere Frage im Mitarbeitergespräch. Eine Aufgabe, die ich bewusst delegiere. Ein neues Verkaufsgespräch. Eine Kennzahl, die ich ab sofort regelmäßig beobachte. Ein Ablauf, den ich verändere. Dann heißt es:
Und wieder ausprobieren.
Genau da beginnt Erfahrung.
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Manchmal braucht es kein neues Wissen
Und hier kommt für mich die Bedeutung von Begleitung und Coaching ins Spiel.
Nicht, weil Unternehmer oder Führungskräfte zu wenig wissen. Ganz im Gegenteil.
Ich erlebe häufig Menschen, die sehr viel wissen. Sie wissen sogar ziemlich genau, was sie eigentlich verändern müssten.
Aber zwischen „Ich weiß es“ und „Ich tue es“ liegt manchmal ein erstaunlich großer Abstand.
Warum?
• Weil wir selbst Teil unseres Systems sind.
• Weil wir unsere eigenen Muster nicht immer erkennen.
• Weil wir bestimmte Dinge seit zehn oder zwanzig Jahren so machen.
• Weil wir uns selbst gute Gründe liefern, warum es gerade jetzt nicht anders geht.
• Und weil ein neutraler Blick von außen manchmal etwas sichtbar macht, das man selbst nicht mehr sieht.
Manchmal braucht es deshalb tatsächlich kein neues Wissen.
Man braucht jemanden, der die richtigen Fragen stellt.
Zum Beispiel:

„Was wäre, wenn Ihre Aufgabe nicht darin bestünde, die Küche selbst im Griff zu haben – sondern dafür zu sorgen, dass die Küche auch ohne Sie gut funktioniert?“
Das ist für mich der Unterschied zwischen Beratung, Weiterbildung und Begleitung.
Nicht immer die nächste Methode.
Manchmal braucht´s einen Perspektivenwechsel.
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Erfahrung entsteht nicht ohne Fehler
Wir sollten außerdem aufhören, Weiterbildung daran zu messen, ob nach einem Seminar sofort alles funktioniert. Das tut es nicht. Und das muss es auch nicht.
Erfahrung entsteht durch Ausprobieren. Und beim Ausprobieren passieren Fehler.
Eine Führungskraft delegiert vielleicht eine Aufgabe und stellt fest: Es funktioniert noch nicht so, wie sie gedacht hat.
Dann kann sie sagen:
„Siehst du, ich habe es doch gewusst. Das klappt nicht.“
Oder sie kann fragen:
„Was müssen wir beim nächsten Mal anders machen?“
Genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob Wissen zu Erfahrung wird.
Tun. Fehler machen. Reflektieren. Verändern. Wieder tun.
So entsteht Kompetenz.
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Die wichtigste Frage nach jeder Weiterbildung
Es es sinnvoll, nach einer Weiterbildung nicht nur zu fragen: „Hat es Ihnen gefallen?“
Sondern drei ganz andere Fragen zu stellen:
• Was haben Sie verstanden?
• Was werden Sie ausprobieren?
• Und woran werden wir in drei Monaten erkennen, dass sich etwas verändert hat?
Die dritte Frage gefällt mir besonders. Denn sie holt Weiterbildung aus dem Seminarraum zurück in den Betrieb. Dorthin, wo sie Wirkung entfalten muss.
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Weiterbildung ist eine Investition. Aber erst die Umsetzung macht sie wertvoll.
Ich bin überzeugt davon, dass Unternehmerinnen und Unternehmer Weiterbildung brauchen.
Nicht, weil sie nicht genug wissen. Sondern weil niemand auf Dauer alles wissen kann.
Lernen. Weiterentwickeln. Unsere Sichtweisen überprüfen. Und auch unseren Mitarbeitenden und Führungskräften die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln.
Doch Weiterbildung darf nicht zum Selbstzweck werden.
Ein Seminar ist kein Haken auf einer Liste.
Und ein Zertifikat ist noch keine Kompetenz.
Der eigentliche Wert beginnt danach:
• Wenn aus Information Wissen wird.
• Wenn aus Wissen Anwendung wird.
• Wenn aus Anwendung Erfahrung wird.
• Wenn aus Erfahrung Kompetenz wird.
• Und wenn diese Kompetenz schließlich etwas im Unternehmen verändert.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Herausforderung für Unternehmer:
Nicht noch mehr Wissen anzusammeln.
Sondern dafür zu sorgen, dass Wissen ins Tun kommt.
Bei sich selbst.
Bei den Führungskräften.
Bei den Mitarbeitern.
Und manchmal braucht es dafür ein Seminar.
Manchmal eine gute Frage.
Manchmal jemanden, der von außen mit draufschaut.
Aber immer braucht es eines: Tun.
Denn wie ich es für mich immer wieder auf den Punkt bringe:

Denn Wissen, das nicht angewendet wird, bleibt Information.
Weiterbildung, die nicht umgesetzt wird, bleibt eine Weiterbildungsfahrt.
Und Kompetenz entsteht erst dort, wo wir anfangen, etwas anders zu machen.
Herzlichst
Ihre
Brunhilde Fischer
Beim Impulsblog für erfolgreiche Hotels
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