Humor als Krisen-Bewältiger

Humor als Krisen-Bewältiger

Mit dem Humor rücken wir näher zusammen. Und gerade in einer Zeit der Distanz wird Nähe aus einer unerwarteten Ecke gezeigt. Der Volksmund sagt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Doch was bedeutet das?

Der Duden definiert den Humor als „heitere Gelassenheit“. Wikipedia sagt: „trotz der Widrigkeiten des Lebens lachen“. Humor ermöglicht Abstand, lässt uns eine Krise leichter ertragen und wieder durchatmen.

Doch Humor kann auch Nähe bringen. Zum Beispiel bei Mitarbeitergesprächen oder in regelmäßigen Meetings ermöglicht Heiterkeit eine gewisse Herzlichkeit und Zuwendung. In schwierigen Zeiten erfordert Humor eine erhöhte Empathie. Ermutigender Humor bietet Entlastung. Gerade in stressigen Situationen sollte Humor erkennbarer sein als sonst. Durch ihn können wir diese manchmal erst ertragen.

Perpektivwechsel ermöglicht neue Blickwinkel (pixabay)
Oftmals die Perspektive wechseln (pixabay)

Perspektivwechsel trainieren

Mit völliger Absicht fördert Humor den Perspektivwechsel und erzeugt bei wichtigen Themen signifikante Aufmerksamkeit. Wie schafft man das? Indem man Dinge zusammenbringt, die nicht zusammengehören.  Nehmen Sie einen beliebigen Gegenstand aus Ihrem Haushalt und bringen Sie ihn in Verbindung mit Ihrem Job. So wird beispielsweise ein Personalchef als Klebeband dargestellt: Er verbindet Menschen und Abteilungen. Ein Berater ist wie ein Verbandskoffer. Ein Abteilungsleiter wie ein Glas Wasser, denn er nutzt die Talente seiner Mitarbeiter, ohne deren Ressourcen auszuschütten.

Jede Krise bringt Widersprüchlichkeiten und Mehrdeutigkeiten. Es ist auch Ihre Aufgabe als Führungskraft die Widersprüche und Ängste dieser Zeit auszuhalten und die Mitarbeiter wieder arbeitsfähig zu machen. Humor trainiert diese Fähigkeit in hohem Maße. Man nennt sie auch Ambiguitätstoleranz–, Ungewissheits- und Unsicherheitstoleranz. Mit humorvollen Vergleichen lässt sie sich gut üben. Eine Veränderung mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen, bringt zum Schmunzeln, erzeugt Leichtigkeit und ermöglicht ein kurzes Durchatmen.

Ausgewählte Humortechniken

Oft entsteht Humor spontan aus dem Augenblick heraus. Manchmal ist es notwendig eine witzige Bemerkung im „Hinterzimmer“ vorzubereiten. Dabei helfen einige Humortechniken, den richtigen Ton zu treffen.

Die Übertreibung

Sie ist der Lautstärkeregler des Humors. Ohne Übertreibung wird niemand zum Lachen gebracht. Übertreiben Sie Ihre eigenen Stärken und Schwächen stufenweise:

  •   Überall lasse ich Sachen liegen, so zerstreut bin ich.
  •   Ich habe alle Sachen schon doppelt, so zerstreut bin ich.
  •  Selbst der Salzstreuer ist neidisch auf mich, so zerstreut bin ich.

Bei der Übertreibung von Stärken und Macken anderer ist es besonders wichtig, diese liebevoll auszusprechen. Am besten begleiten Sie Ihre Worte mit freundlichen, nonverbalen Gesten. Ihr Schmunzeln in den Augen und/oder die übertriebene Gestik deuten an, dass Sie nur einen Scherz machen.


Die richtige Wortwahl für eine humorvolle Spiegelung (pixabay)

Worte humorvoll spiegeln

Erleben Sie in Ihrem Haus oder bei einem Gastkontakt eine angespannte Situation, kann diese Technik zum Deeskalieren genutzt werden. Allerdings bedarf es einer gewissen Sensibilität beim Humoreinsatz.  Hier sind die Tonnuancen und eine offene Körpersprache von besonderer Bedeutung.

Beispiel: Ein Mitarbeiter kommt mit einer unangenehmen Situation, wutentbrannt in Ihr Büro und sagt: „Das müssen Sie klären. Ich mache es nicht!“ Wie reagieren Sie? Ihre Antwort könnte sein: „So, Sie brauchen meine Unterstützung?“ Oder „Finden Sie, ich soll das klären?“
Hier kann die Spiegel-Technik angewendet werden. Eine humorvolle Spiegelung wäre erst dann, wenn Sie, mit einem Hauch Clint Eastwood in Ihrer Stimme, sagen: „Sie erwarten also, dass der Sheriff diese Situation schnell mal regelt?“

Umdeutungen – Situation in drei Sekunden entspannen

Umdeutung bedeutet, eine unangenehme Situation mit ungewöhnlicher, übertriebener, positiver manchmal sogar falscher Interpretation zu überspielen. Damit erzeugen Sie ein Lachen und die Lage entspannt sich.

Beispiel: Während einer Veranstaltung, möchten Sie, auf Wunsch der Gäste, die Beleuchtung des Raumes runter dimmen. Aufgrund der Betätigung eines falschen Knopfes, geht das Licht plötzlich aus.
Ihre Spontane Reaktion: „Heute tun wir etwas für die Umwelt und sparen Strom.“  Natürlich macht es nicht immer Sinn, ein Unglück umzudeuten. Dabei geht es nicht darum diese Situation lächerlich, sondern erträglicher zu machen.

Absichtliches Missverstehen

Bei dieser Technik nehmen Sie als Betroffener eine Sache nicht ernst. Fragt Ihre Partnerin oder Ihr Partner: „Sind die Kinder im Bett?“ antworten Sie fragend: „Welche?“. Mit dem absichtlichen Missverstehen einer Situation kann man in einer Besprechung leicht für eine aufgelockerte Stimmung sorgen.


Intervention als Kommunikationswerkzeug (pixaybay)

Unsinniges Zustimmen

Diese Technik wird paradoxerweise auch Intervention genannt. Sie werden von jemandem verbal angegriffen. Sie stimmen ihm zu und geben ihm unerwartet Recht. Der Angreifer läuft ins Leere und Sie verhindern mit einem Schmunzeln einen weiteren Schlagabtausch.

Humor als Kommunikationswerkzeug hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren enorm weiterentwickelt. Wir wissen über Humor und ihren Einsatz im Business mit dazugehörigen Chancen und Risiken viel mehr als früher. Lassen Sie Ihre Leichtigkeit, Ihr humorvolles Auge für die Widersprüche des Alltags nicht am Bühnenrand Ihres Alltags liegen. Sie halten länger durch, wenn Sie auf Ihr Humorkonto regelmäßig eine Portion Humor einzahlen. Dann können Sie auch in schwierigen Zeiten Humor abheben und somit positive Energie tanken.

Herzlichst
Ihr Didier Morand

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