Unsere Gedanken: ein Affentheater!

Affentheater

07.00 Uhr – der Wecker läutet! Wir wachen auf und schon fangen die Gedanken an, in unserem Kopf zu kreisen: Um die vielen Dinge, die noch zu erledigen sind

Um Handlungen, die falsch waren …

Um Verhalten, das uns stört …

Um eigene Fehler die man nicht gerne zugeben möchte …

(Bild: Matthew Cole/Fotolia.com)

Warum will unser Kopf einfach nicht zur Ruhe kommen?

Meist denken wir: Nach einer erholsamen Nacht sei es normal, dass unser Gehirn wieder aktiv wird. Schön wäre es, wenn unsere Nacht so erholsam gewesen wäre, wie wir es uns wünschen. Was wir aber nicht vermuten ist, dass in dieser besagten Nacht unsere Gedanken in unserem Kopf genauso gekreist sind wie am hellen Tag!

Sicherlich waren Sie schon einmal im Zoo und haben amüsiert die Affen beobachtet. Im  Käfig war rege Bewegung, alles sprang, hüpfte, spielte und lief von rechts nach links. Ein wahrhaftes Affentheater!

Monkeys

AffentheaterSo können Sie sich auch Ihren Kopf vorstellen. Untrainiert ist unser Geist mit einem wild gewordenen, schnatternden Affen vergleichbar, der ruhelos von einem Ast zum anderen springt. Auch unser Geist ist ständig in Bewegung und produziert fortlaufend Gedanken und Gefühle. Ein großer Teil dieser Gedanken deprimiert uns: "Ich bin nicht gut genug“, "Ich schaffe es nicht“ – oder treibt uns gnadenlos an: „Ich sollte perfekt sein“, "Ich muss das unbedingt schaffen“.

Das sorgt laufend für Stress.

Was tun?

Moderne Forschungs-Ansätze zeigen: Nicht wer gegen seine Gedanken und Gefühle ankämpft oder sie verdrängt, nicht wer negative durch positive Überlegungen zu ersetzen versucht, entkommt dem Grübeln.

Viel hilfreicher ist, Gedanken und Gefühle als das zu erkennen, was sie sind, nämlich nur Gedanken und keine Wahrheit.

Das Rezept hierfür lautet: Unsere Fähigkeit zur Mindsight zu trainieren und zwar, indem man die eigenen Gedanken und Gefühle beobachten lernt. Durch diese Beobachtung, welche Gedanken und Gefühle bei zentralen Themen wie z. B. Familie, Beruf, Gesundheit, Lebensführung auftauchen, werden wir uns, unserer inneren Vorgänge, mehr und mehr bewusst.

Der BeobachterMehr Bewusstheit ist schon seit Jahrhunderten Ziel vieler Mentalübungen. Bewusstheit ist ein innerer Zustand des Beobachtens. Er geht einher mit dem Wissen darüber, was gerade wirklich in einem selbst und im Außen geschieht und warum es geschieht. Im Zustand der Bewusstheit können die Gedanken und Gefühle nicht mehr automatisch bestimmen, was wir zu tun haben und wie wir reagieren müssen. Gerade das Erlernen des „wissenden Beobachtens“ macht innerlich frei, gibt Sicherheit, Klarheit, Kraft und innerer Stabilität. (Bild: Oleg Goutsol_dreamstime.com)

Das neue Motto heißt: Gedanken beobachten statt in Gedanken sein!

Was bedeutet das, werden Sie wohl denken? Beim Denken oder „in Gedanken sein“ gehen wir ganz im Denkprozess auf, beim Gedanken beobachten gehen wir zu unserem Denken auf Distanz.  So können Sie sich es bildhaft vorstellen:

  • Ein Schauspieler steht auf der Bühne und beobachtet sich gleichzeitig von den Zuschauerreihen aus. Oder:
  • Ihre Gedanken sind wie ein Fluss. Als Beobachter steigen Sie aus dem Fluss, und nehmen vom Ufer aus den dahinfließenden Gedanken-Strom wahr. Oder:
  • Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Berg und Ihre Gedanken sind Wolken, die vor Ihren Augen vorüberziehen. Verlassen Sie Ihre Beobachterposition, hüllen die Wolken Sie schnell in einem dichten Nebel ein. Dieser löst sich sofort auf, sobald Sie einfach wieder nach vorne auf die nächste vorüberziehende Wolke schauen

TrainingMal angenommen Ihr Ziel ist es, einen Halbmarathon im Nordic Walking zu laufen. Was würden Sie dafür tun?

TRAINIEREN!

Genauso ist es mit der Gedankenbeobachtung. Wer beginnt, seine Gedanken zu beobachten, wird anfangs erstaunt darüber sein, was einem so alles durch den Kopf geht. Die Versuchung ist groß, in die beobachteten Gedanken bzw. Gefühle einzutauchen und sie weiterzuspinnen. Doch genau dieser Versuchung gilt es bei der Beobachtung von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen zu widerstehen. In der Beobachterrolle denken wir nicht, sondern registrieren einfach nur: Aha, jetzt denke ich dies! Aha, jetzt fühle ich das!

Am Anfang ist es völlig normal, dass Sie immer wieder in einzelnen Gedanken aufgehen. Sobald Sie das registrieren, kehren Sie einfach wieder in die Beobachterrolle zurück. Mit konsequentem Training werden Sie mit der Zeit diese Beobachterposition immer seltener verlassen. (Bild: Gianno Caito/Fotolia.com)

Mein Abschluss-Tipp: Üben Sie zuerst in einfachen Situationen Ihres Alltags.

Wie ist es Ihnen gelungen? Wie fühlt es sich an?

Tauschen Sie Ihre Eindrücke mit uns aus! Darüber freue ich mich.

 

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